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Braucht es eine Ausbildung für eine Nanny?

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Braucht es eine Ausbildung für eine Nanny?

„Was machst du beruflich?“, werde ich immer wieder einmal gefragt. „Ich bin Nanny“ antworte ich und kenne die Reaktionen darauf. „Ah, das ist schön! Da kannst du mit den Kindern spielen…“ und: „Das ist ja so herrlich, wenn sie noch so klein und lieb sind!“ „Mensch ist das ein schönes Leben, so ein bisschen Baby-sitten!“ Andere fragen nach: „Was bist du? Nanny? Was ist das?“ Was das mit dem Thema zu tun hat? Oh, ganz vieles.

Den Beruf der Nanny gibt es in der Schweiz offiziell nicht. In der Branche der Kinderbetreuung ist die Nanny ein dunkler Fleck.

Es fehlt eine schweizweit ankerkannte Ausbildung zur Nanny

Eigentlich bedenklich, wenn wir uns bewusst machen, dass diesen Personen die Mitverantwortung für die Erziehung der nächsten Generation in die Hände gelegt wird. Jede*r darf sich Nanny nennen und in einem Haushalt Kinder betreuen.

Somit gibt es ganz unterschiedliche Nannys:

  • ohne Fachwissen aber mit Erfahrung
  • Erfahrung als Babysitter
  • mit Nanny-Lehrgang aber ohne Erfahrung
  • mit Nanny-Lehrgang und mit Erfahrung
  • ehemalige Kindergärtnerinnen
  • ehemalige Kinderkrankenschwester

Ganz oft sind sie wichtige Bezugspersonen der Kinder. In den meisten Inseraten wird nur vorausgetzt; „kinderlieb und freundlich“ soll die Nanny sein. Genügt das um den Alltag von Kindern zu gestalten und sie in ihrer Entwicklung zu begleiten? Viele Eltern haben gemerkt, dass das Erziehen nicht von alleine geht. Sie besuchen Elternbildungskurse und Coachings. Es gibt immer mehr Erwachsenenbildungsschulen, die entsprechende Kurse anbieten.

Eltern erwarten von ihrer Nanny, dass sie Zeugnisse oder Zertifikate vorweisen kann

Viele Nanny-Vermittlungen fordern die Nanny auf, mit ihren Bewerbungsunterlagen Zertifikate von Kursen und Weiterbildungen vorzulegen. Dies erhöht die Chancen.

Wo findet die Nanny passende Kursangebote?

Dem SRK Kanton Zürich ist es gelungen mit dem Nanny Lehrgang eine Schulung anzubieten, bei der in 8 Tagen das Grundwissen rund um die Kinderbetreuung und zur Vertragsverhandlung vermittelt wird. Die Kantone bieten Elternbildungskurse an. Die eignen sich sehr gut. Wer nicht den Nanny Lehrgang machen kann, findet hier Kurse zu den Themen: Entwicklung, Ernährung, Kinderkrankheiten,  Sicherheit und Unfälle. Darüber hinaus sind Weiterbildungen je nach der Arbeitssituation zu empfehlen. Betreut man einen Säugling, ist das kleine Mädchen autistisch oder hat der Teenie ADHS? Auch dazu finden sich die entsprechenden Kurse.

Es lohnt sich für Nannies, regelmässig einen Kurs zu besuchen

Neben viel Wissen finden sich da Kolleg*innen, die ähnliche Situationen kennen. Der dunkle Fleck bleibt. Es lohnt sich da weiter zu denken. Wie wird sich die Situation in naher aber auch in ferner Zukunft verändern? Braucht die Nanny - auch private Kinderbetreuerin genannt - eine eigene Ausbildung? Wie lang sollte eine solche Ausbildung sein und welche Themen sollte sie beinhalten? Wie sollte eine solche Ausbildung aufgebaut sein? Lassen sich Erfahrungen und andere Ausbildungen anrechnen?

Soweit sind wir noch nicht. Dem NannyVerein Schweiz ist es aber ein Anliegen, neben Vorgaben bei Vertrag und Entlöhnung auch in der Aus- und Weiterbildung einen Standard einzuführen. Die Nanny gewinnt durch das vermittelte Fachwissen und die bereichernden Gespräche mit Kolleg*innen an Sicherheit und Stabilität. Das ist eine wichtige Voraussetzung, damit sie die Freude an der Arbeit mit Kindern behält und die Eltern im Vertrauen zu ihr bestärkt werden.

 

Vielen Dank an den NannyVerein Schweiz für den Gastbeitrag bei nannyvermittlung.ch

 

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