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Pensionskasse für Nannies

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Pensionskasse für Nannies

Beim regelmässigen Erfahrungsaustausch des NannyVerein Schweiz in Winterthur, stellte eine Nanny einmal mehr die Frage, ob Stundenlohn besser sei oder Monatslohn. Ein Argument für den Monatslohn: regelmässiger Lohn und BVG-Beiträge. Ganz viele Nannys meinen: „Ach, ich arbeite nur einen Tag dort, da reicht es so oder so nicht für die Pensionskasse.“

Heute sendet mir ein Mitglied die Angaben zu ihren Arbeitsorten. Sie hat drei verschiedene. Es sind zu kleine Pensen für eine Pensionskasse.

Warum verdrängen wir, dass die AHV-Beiträge für einen so geringen Lohn, wie es der Nanny-Lohn ist, später nicht reichen werden? Hat jede Nanny einen gut verdienenden Ehemann? Ist sie sicher, dass der dann im Alter noch da ist? Dieses System ist unfair. Sind wir uns bewusst, was dies in Zukunft für Konsequenzen hat? Wenn unsere AHV kaum zum Leben reicht, wird auch kein Geld für Zusätzliches bleiben. Altersarmut ist ernstzunehmen.

Ich finde es falsch, dass sich die Versicherer noch einmal ein Stück vom Kuchen abschneiden wollen. So ist einer da versichert, der andere da. Der Arbeitgeber wählt. Es müsste zentral geregelt sein. Wenn alle am gleichen Ort einzahlen, dann kann Frau Müller zwei oder gar drei Arbeitsgeber haben. Die Abzüge von allen Löhnen kommen in den gleichen Fond. So ist sie für die Summe all ihrer Arbeitsverhältnisse versichert, auch wenn die einzelnen Arbeitsverhältnisse aus heutiger Sicht zu klein sind. Aber auch anders wäre denkbar. Der Arbeitnehmer wählt. Ich habe ‚meinen‘ Pensionskassenfond. Dieses System wäre etwas komplizierter, liesse sich aber auch gut lösen.

Ist dieser Artikel zu politisch? zu unbequem? Wir müssen ja nicht Unterschriften sammeln und eine Volksinitiative anstreben, sondern wir dürfen als Nanny uns unseres Wertes bewusst sein. Wir arbeiten oft lange Tage und müssen mit verschiedenen Arbeitgeber sehr flexibel sein. Sind wir es uns wert, dass wir im Alter eine genügende Vorsorge haben? Stehen wir für uns selber ein und akzeptieren Angebote nicht, bei denen dies nicht gewährleistet ist?

Wir sind es uns wert.

Das war ein Gastbeitrag vom NannyVerein Schweiz


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