Betreuung

Die richtige Nanny finden: Gespräch, Probetag und Vertrag

· von Nadine Wyss

Eine Nanny wird für eine Weile Teil der Familie. Sie kennt die Abläufe, die Lieblingskuscheltiere und die kleinen Dramen beim Zähneputzen. Umso wichtiger ist es, sich bei der Auswahl Zeit zu lassen. Hier ist unsere Checkliste aus vielen Gesprächen mit Eltern und Betreuerinnen.

Vor der Suche: Was brauchen Sie wirklich?

Schreiben Sie auf, was die Nanny leisten soll. Nur Betreuung oder auch Kochen und leichte Haushaltsarbeiten? Wie viele Stunden pro Woche? Brauchen Sie jemanden, der Auto fährt? Soll die Nanny eine zweite Sprache mit den Kindern sprechen? Je klarer Ihr Profil, desto leichter fällt später die Entscheidung.

Das erste Gespräch

Führen Sie das erste Gespräch ohne Kinder, am besten bei einem Kaffee. Fragen Sie nach Erfahrung, aber auch nach Haltungen:

  • Wie reagieren Sie, wenn ein Kind trotzt?
  • Was machen Sie an einem Regentag?
  • Wie sehen Sie Bildschirmzeit?
  • Haben Sie einen Nothelferkurs für Kleinkinder besucht?

Hören Sie gut zu. Eine gute Nanny stellt auch Ihnen Fragen, zum Beispiel zu Schlafzeiten, Allergien oder Ihren Regeln.

Referenzen und Probetag

Rufen Sie mindestens eine frühere Familie an. Fragen Sie konkret: Was hat besonders gut funktioniert? Was war schwierig? Würden Sie sie wieder anstellen?

Danach folgt ein bezahlter Probetag, an dem Sie zu Hause sind, aber im Hintergrund bleiben. Achten Sie darauf, wie die Nanny auf Ihr Kind zugeht. Bedrängt sie es, oder lässt sie ihm Zeit? Kinder zeigen oft sehr schnell, ob die Chemie stimmt.

Lohn und Versicherungen

In der Schweiz sind Sie als Familie Arbeitgeberin. Das bedeutet:

  • Sie rechnen AHV, IV, EO und ALV ab, auch bei kleinen Pensen.
  • Eine Unfallversicherung ist obligatorisch.
  • Die Nanny hat Anspruch auf mindestens vier Wochen bezahlte Ferien.
  • Viele Kantone haben einen Normalarbeitsvertrag für Hausangestellte mit Mindestlöhnen.

Für kleinere Pensen bieten viele Ausgleichskassen das vereinfachte Abrechnungsverfahren an. Informationen zu Rechten und Pflichten als Arbeitgeber finden Sie auf ch.ch.

Der Vertrag

Halten Sie alles schriftlich fest: Arbeitszeiten, Lohn, Ferien, Kündigungsfrist, Aufgaben und was bei Krankheit des Kindes oder der Nanny passiert. Ein klarer Vertrag schützt beide Seiten und erspart später unangenehme Gespräche.

Die ersten Wochen

Planen Sie eine Eingewöhnung, ähnlich wie in der Kita. In der ersten Woche sind Sie noch zu Hause, dann verlängern Sie Schritt für Schritt die Zeit, in der die Nanny allein mit dem Kind ist. Ein kurzes Übergabeheft, in dem beide Seiten notieren, was passiert ist, hilft enorm. Und ganz wichtig: Sprechen Sie regelmässig miteinander, nicht nur, wenn es Probleme gibt.